Es gibt Mitteilungen, die genau eine Partei angehen. Die Zahlung, die offen ist, der Lärm aus dem dritten Stock, der Kellerabteil, der geräumt werden soll. Am Papierbrett landen sie trotzdem im Treppenhaus, mit Namen oder Wohnungsnummer, und damit vor allen anderen.
Das fällt selten sofort auf, denn im Moment des Aushängens ist es praktisch: die Person wird erreicht, ohne dass jemand hinfahren muss. Auffällig wird es erst danach.
Wer den Aushang ausser der gemeinten Partei noch liest
Alle im Haus. Dazu jeder, der durchgeht: die Post, der Handwerker, der Besuch, die Person, die eine Wohnung besichtigt. Ein Treppenhaus ist halböffentlich, und ein Blatt hinter Glas unterscheidet nicht zwischen Nachbarn und Fremden.
Und er bleibt. Ein Aushang wird abgehängt, wenn jemand ohnehin vor Ort ist, nicht wenn die Sache erledigt ist. Zwischen beidem liegen oft Wochen. Unter dem revidierten Datenschutzgesetz ist das heikler, als es aussieht.
Was praktisch hilft
Das Meiste lässt sich ohne Namen sagen. „Die Kellerabteile ohne Beschriftung werden am 15. geräumt" erreicht dieselben Leute wie eine Liste mit Wohnungsnummern und nennt niemanden. Wo ein Name wirklich nötig ist, gehört die Mitteilung in den Briefkasten und nicht ins Treppenhaus.
Und wenn doch etwas Persönliches aushängt, zählt, wie schnell es wieder weg ist. Genau da ist Papier im Nachteil: abhängen heisst hinfahren. Auf einem Bildschirm ist es ein Klick, und beim Erfassen lässt sich gleich ein Datum setzen, an dem es von selbst verschwindet.
Was der Bildschirm selbst über die Bewohner erfährt
Nichts. Es gibt keine Kamera und keine Anmeldung für Bewohner. Gezählt wird nur anonym, ob sich jemand davor bewegt hat und ob jemand getippt hat, ohne Bezug zu einer Person. Die Daten liegen auf Servern in der Schweiz.
Das ist keine Nebensache, sondern der Grund, warum ein Bildschirm im Treppenhaus überhaupt in Frage kommt. Ein Gerät, das Bewohner erkennt, wäre an dieser Stelle das grössere Problem als der Zettel, den es ersetzt.
Dieser Beitrag beschreibt die Lage und ersetzt keine rechtliche Beratung. Was im Einzelfall gilt, gehört mit einer Fachperson geklärt.